Donald Trump verunglimpft Whistleblower und spricht von „Spion“

30.9.2019. | Frankfurter Rundschau

US-Präsident Donald Trump hat ein Treffen mit dem anonymen Geheimdienstmitarbeiter gefordert, der die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hat. Trump schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter, wie jeder US-Bürger habe auch er das Recht, seinen „Ankläger“ zu treffen. Dem Geheimdienstmitarbeiter warf er vor, sein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „komplett falsch“ und „betrügerisch“ dargestellt zu haben.

Derweil äußerten die Anwälte des Whistleblowers Sorgen um die Sicherheit ihres Mandaten. „Wir erwarten, dass die Situation sich verschlechtert und noch gefährlicher wird“, schreiben sie in einem Brief an den geschäftsführenden US-Geheimdienstdirektor Joseph Maguire, wie der Sender CBS berichtete. Es müssten alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um die Sicherheit des Geheimdienstmitarbeiters zu gewährleisten.

Der Informant soll nun vor dem Kongress aussagen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Adam Schiff, sagte im Sender NBC, dies dürfte „sehr bald“ geschehen. Schiff betonte, dabei müsse die Identität des Geheimdienstmitarbeiters geschützt werden.

Trump hatte den Informanten kürzlich mit einem „Spion“ verglichen. Präsidentenberater Stephen Miller bezeichnete den Geheimdienstmitarbeiter am Sonntag im Sender Fox News als „Saboteur, der eine demokratisch gewählte Regierung zu untergraben versucht“.

US-Präsident Donald Trump hat erneut den Whistleblower in der Ukraine-Affäre attackiert. Trump nannte ihn in einem Tweet einen Betrüger und betitelte ihn als „Fake-Whistleblower“.

Unterdessen kritisierten mehrere politische Beobachter, darunter auch etliche Republikaner, die Rhetorik Trumps. David Gergen, politischer Berater zahlreicher Präsidenten, darunter Richard Nixon und Ronald Reagan, sagte in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN: „Wenn jemand [dem Whistleblower] etwas antut, klebt sein Blut an den Händen des Präsidenten“.

Doch Trump macht nicht Halt bei dem Whistleblower. Ebenfalls via Twitter attackierte der US-Präsident das Führungspersonal der Demokraten, in dem Fall Adam Schiff, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Kongresses. Seine Follower fragte Trump, ob er Schiff wegen Verrats verhaften lassen solle.

Share

Kategorien